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Man sollte niemals mit Yoga heilen – Andrey Sidersky

Aktualisiert: 10. Okt 2019






Das ist eben der Unterschied des „wahren Yoga“ vom Fitness-Yoga und Pop-Yoga, die als ob für das spirituelle Wachstum und die körperliche Vervollkommnung, aber in Wirklichkeit nicht für den Geist, nicht für die Seele, nicht für das Herz… Im Yoga ist eigentlich alles ehrlich…Ihr wolltet „Einigkeit“? – bekommt sie. Die Welt ist ja nicht nur mit Wohlwollen gefüllt…Gar nicht. Eigentlich im Gegenteil… Und für die, die auf sich die Verantwortung für seinen Nächsten nehmen, mit all seinen – des Nächsten versteht sich – Übeln, umso mehr…Yama-Niyama und Tadellosigkeit sind keineswegs Abstraktionen, sondern strikt die VERKEHRSREGELN AUF DIESEM WEG. Und noch etwas… Warum, interessanterweise Patanjali die UNVERBUNDENHEIT (vajragjam) GANZ OBEN AN DIE SPITZE STELLT? Und eindeutig behauptet, dass ohne sie (die UNVERBUNDENHEIT, versteht sich) die Kontrolle des Verhaltens des Verstandes (also das eigentliche Yoga, wenn man an die 2 Sutra im ersten Kapitel glaubt) nun ganz und gar nicht zustande kommen kann.

Nun was die Therapie angeht. Der größte Fehler – man darf niemals mit YOGA HEILEN. In diesem Fall sollte man alles selbst anprobieren. Yoga ist nicht zum Heilen. Und den Menschen, die ausschließlich zum Heilen kommen, muss man auch so antworten: „Ich kann Sie nicht heilen, weil sie ein Idiot sind und Ihr Problem ist die Folge und der Beweis dafür, dass sie eine nicht korrekte Lebensweise führen. Sie wollen sich von den Symptomen befreien – go to the doktor. Hier jedoch können sich nur Sie selbst verändern. Ich helfe Ihnen, werde aber nichts machen. Arbeiten werden Sie. Das Wichtigste – FÜR SICH SELBST EINDEUTIG ENTSCHEIDEN: „Mir sind ihre Wehwehchen und die Dummheit ihres Menschenlebens egal“. Sie wollen sich von ihren Problemen befreien – Sie sollen sich ändern. Dabei kann ich ihnen helfen. Sich aber in ihren Energoinformations-Lebens-Absurdum hineinzuversetzen – pfeife drauf…“

Es gibt Menschen, deren Dharma zu heilen ist. Sie werden Ärzte…Und es gibt das Dharma nicht zu heilen. Und hier müsste man mit sich und mit den Menschen ehrlich sein. Und wenn du dich daran machst, zu Heilen, deutlich zu verstehen: wenn es nicht dein Dharma ist, sollst du mit all den Krankheiten leben, von denen du heilst. Denn es ist gesagt: „Mische dich nicht in fremdes Dharma ein“. Es gibt aber noch das Dharma zu lehren. Und dann kann man alles richten. Aber man muss für sich verstehen – der, der zu dir zum Heilen kommt, dir egal ist.

UND AUF KEINEN FALL SOLLTE MAN SICH MIT SEINEM MITLEID UND SEINEM MITGEFÜHL IN SEIN PROBLEM HINEINVERSETZEN. Sagt zu ihm, oder zu ihr schräg: „Mir sind Ihre Probleme gleichgültig. Es sind allein Ihre, weil Sie sich selbst dazu gebracht haben. Sie wollen sich ändern – ich kann Ihnen zeigen, wie das geht. Wenn Sie es schaffen – können Sie sich von ihren Problemen befreien und sich keine neuen aneignen. Schaffen Sie es nicht – selber schuld…“ Das bedeutet, dass die Verantwortung, die Sie auf sich nehmen, wie ein Spezialist für Yogapraktiken, und nicht als Arzt, ist nicht den Menschen von seinen Wehwehchen zu befreien, sondern dafür, dass Sie ihm beibringen, wie er ein anderer Mensch wird – ein anderer, in dessen Leben es einfach keine Wehwehchen mehr gibt. Im Grunde, auch vieles andere nicht.

Und wenn Sie die von Erwartung sich von ihren Wehwehchen zu befreien, zu winseln und zu jammern beginnen, dass sich mit ihren Wehwehchen auch das, was gerade auch den Sinn ihres krankmachenden Lebens ausgemacht hat, verschwindet, antworten Sie lieber das eine, oder das andere. Entweder alles wie früher, oder alles ganz anders. Ihr seid kein Doktor, und deshalb heilt ihr nicht… Wenn ihr verstehen könnt, was ich meine, werdet ihr ohne Verluste aus der Situation herauskommen. Es gibt da aber auch noch einen Aspekt:

IHR DÜRFT VON DEN MENSCHEN NICHT WENIGER FÜR EURE ARBEIT NEHMEN, ALS SIE TATSÄCHLICH WERT IST. SIE MÜSSEN VOLL UND AUF DER GANZEN LINIE DAFÜR BEZAHLEN, DAMIT SIE VERSTEHEN, DASS ES ÜBERHAUPT NICHT RENTABEL IST, EIN DUMMKOPF ZU SEIN, ANSONSTEN MACHT IHR UNTERRICHT GAR KEINEN SINN, ODER SIE BEZAHLEN DAFÜR MIT IHRER GESUNDHEIT. SOWAS KOMMT VOR, UND ZWAR ZIEMLICH OFT.

Ein angenehmer Aspekt – die, die Geizkragen sind und in Wirklichkeit nur eins wollen – „ach, dreht mich, dreht mich, am besten auf dem großen Ball“ – werden sich von selbst im Dunst auflösen. Und Sie werden nur mit denen zu tun haben, die tatsächlich und wirklich motiviert und bereit sind, an sich zu arbeiten und sich zu verändern, denen, die verstehen, dass Ihre „Energoinformations-Investitionen“ in diese Arbeit das Wert sind, was sie Wert sind. Und dann werden sich die Probleme dieser Leute nicht auf Sie übertragen. Vergessen sie auch über die

spirituelle Entwicklung – das sind alles Märchen. Kein Yoga hat jemanden jemals zu einer spirituellen Entwicklung geführt und kann es auch gar nicht. „Yoga“ bedeutet in der wortwörtlichen Übersetzung – Kontrolle.

Patanjali schreibt über Yoga, das heißt, über die Kontrolle des Verhaltens des Verstandes, nur ganz am Anfang seiner Arbeit. Der Rest ist darüber, wie man diese Instrumente benutzt, die Verwendung welcher eben diese besagte Kontrolle bietet, Yoga eben… Der Zugang zu den Instrumenten bedeutet aber noch lange keine erfolgreiche Anwendung… Die Kontrolle ist auf dem geistigen Weg sehr wichtig, aber die Kontrolle kann von sich aus noch keinen irgendwohin bewegen. Bewegen tut die Motivation, der Wille und das Bewusstsein und die Kontrolle hilft uns zu lernen, diese zu benutzen. Das bedeutet, dass Yoga allein zur geistig-spirituellen Entwicklung denselben Bezug hat, wie ein Auto, mit dem ihr prinzipiell nach Jalta fahren könnt zu einer Reise auf die Krim. Sie können ein Auto besitzen, aber auf die Krim können Sie fahren, oder auch nicht. Oder sie können dorthin aufbrechen, aber nicht ankommen, das kommt auch vor. Oder unterwegs entscheiden, woanders hin zu fahren, an einen anderen Ort… Im Grunde ist es verständlich…

Andre Sidersky – YOGA 23 (Y23)

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